Presse

Verein Haus Salmegg übergibt Bilder von Pascale Hussong-Renz an die Stadt Rheinfelden

Verein Haus Salmegg übergibt Bilder

Mittwoch, 21.06.2017, 14:24

Der Verein Haus Salmegg leistet nicht nur durch seine vielfältigen Ausstellungen im Haus Salmegg einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt, sondern stellt auch immer wieder von ihm angekaufte Werke der ausstellenden Künstler „dem öffentlichen Raum zur Verfügung“.
Seit dieser Woche hängen nun zwei Bilder der gebürtigen Rheinfelder Künstlerin Pascale Hussong-Renz im Empfangsbereich von Bürgermeisterin Diana Stöcker. Diana Stöcker freut sich darüber sehr. „Ich habe mich letzten Winter bei der Doppelausstellung von Pascale Hussong-Renz und Jochen Böhnert auf Anhieb in diese beiden Bilder verguckt“, so Stöcker. Gerne hätte sie die Kunstwerke erstanden, aber der Verein Haus Salmegg war ihr zuvor gekommen. Umso glücklicher ist Bürgermeisterin Diana Stöcker nun, dass der Verein die Kunstwerke der Stadt als Leihgabe für den Empfangsbereich in der ersten Etage des Rathauses zur Verfügung gestellt hat. „Auch wir waren sehr angetan, dass wir einen geeigneten öffentlichen Raum für die Kunstwerke gefunden haben“, erklärte Nicole Aellig-Kurz, Vorsitzende des Arbeitskreises Kunst, bei der Übergabe.
Bildtext:
Nicole Aellig-Kurz(Verein Haus Salmegg), Bürgermeisterin Diana Stöcker und ihre Sekretärin Anja Ihben freuen sich über die Kunstwerke von Pascale Hussong-Renz, die seit neuestem den Empfangsbereich in der ersten Etage des Rathauses verschönern.

Presse Ausstellung Neulußheim Alter Bahnhof 2014

Jedes Bild ist ein Prozess

Zwischen Nähe und stiller Distanz

Presse Ausstellung Neulußheim Alter Bahnhof 2014

Im Spiel mit Farben und Formen

FEUDENHEIM: Bilder von Pascale Hussong-Renz im „Rosenrot“

Von unserer Mitarbeiterin Christina Altmann

Schafft Bilder mit Ruhe und Tiefenwirkung: Die Künstlerin Pascale Hussong-Renz (Mitte) bei der Vernissage in der Galerie Rosenrot

Immer wieder Häuser und Landschaften, spielerisch über die Leinwand geschichtet - das zeigen die Werke von Pascale Hussong-Renz, die derzeit in der Galerie Rosenrot zu sehen sind. Nachdem sich die in Heidelberg lebende Künstlerin letztes Jahr in Feudenheim im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung zu Arbeiten in Weiß vorgestellt hat, kommt nun in ihren rund zwanzig Exponaten die Farbe ins Spiel.

Wohltuend stimmig sind sie, diese erdigen unaufdringlichen Farbtöne, mit denen die Künstlerin ihre Acrylmalereien auffrischt. Weite Felder würfeln sich in ocker, gelb und rostrot aneinander, umgeben archaische fensterlose Häuser mit roten, grauen oder blauen Dächern, verlieren sich in einer fiktiven Welt.

Begonnen hat die studierte Textildesignerin mit Collagen. Unverkennbar setzen sich ihre Erfahrungen aus der Gestaltung von Stoffen in ihren Werken fort. In horizontaler Gliederung baut sie ihre Landschaften auf, schichtet Zeitungspapier, Kartonagen oder Textilien über- und nebeneinander und übermalt sie. Auf diese Weise schafft sie reliefartige Strukturen, Tiefenwirkungen, lebendige Flächen.

Pascale Hussong-Renz gibt ihren Bildern keine Titel, lässt dadurch der Phantasie des Betrachters freien Raum. So werden Assoziationen geweckt von Schnee- oder Flusslandschaften, durch die sich Pfade oder Zäune einen Weg suchen zu hüttenartigen schiefen Häusern. In der Ferne werden sie von irrisierenden Baumreihen oder Höhenzügen begrenzt, um in einem die Landschaft widerspiegelnden Himmel überzugehen.

Ob Mischtechnik oder Acrylmalerei, alle Werke zeigen die unbändige Lust der Künstlerin am Umgang mit Farben und Formen. Ihre Fähigkeit, Details fortzulassen, Gebäude und Felder nur vereinfacht darzustellen, verleiht ihren Bildern eine enorme Ruhe.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 13.02.2013

Kompositionen voller Raffinesse

Schichtwechsel im Haus Salmegg: Ausstellung mit Arbeiten von Pascale Hussong-Renz Von Jürgen Scharf Rheinfelden.

Die Malerin Pascale Hussong-Renz kehrt mit einer erfolgreichen Ausstellung im
Haus Salmegg in ihre Heimatstadt Rheinfelden zurück.
Foto: Jürgen Scharf

Zur Halbzeit zeichnet sich ab, dass die Ausstellung von Pascale Hussong-Renz mit dem Titel
Schichtwechsel mit Landschaften in imaginären Topografien im Haus Salmegg eine der
erfolgreichsten Ausstellungen vom Besuch und vom Verkauf her wird.


Offenbar sprechen die Collagen und Bilder der aus Rheinfelden stammenden und in Heidelberg
lebenden Malerin, die mit dieser großen Schau in ihre alte Heimat zurückkehrt, das Seh-Publikum
besonders stark an. Das mag zum einen an den schön komponierten Arbeiten mit ihren raffinierten
Farbwirkungen liegen, zum anderen aber auch an der Materialität. Denn die ausgebildete
Textildesignerin, die 14 Jahre lang für renommierte Textilfirmen gearbeitet hat, lässt in ihren Collagen
die unterschiedlichsten Materialien, vor allem Stoff, Zeitungspapier und Kartonagen, zum Einsatz
kommen. Insbesondere das haptische Element des pastosen Farbauftrags und die reliefartig
geschichtete Struktur machen den großen ästhetischen Reiz dieser Arbeiten aus.


Was die Bilder neben sichtlicher Experimentierfreude und spielerischem Umgang mit Farbe und
Formen auszeichnet, ist auch, dass sie dem Betrachter viele Freiräume für eigene Interpretationen
lassen. Deshalb gibt die Malerin, die nach dem Abitur an der Kunstgewerbeschule in Basel studierte,
ihren Bildern auch keine Titel, um die Fantasie nicht einzuengen. Es sind auch keine konkreten
Landschaften, die sie abbildet, sondern fiktive und stilisierte Landschaften. Pascale Hussong-Renz
kann Stimmungen schön einfangen. Und sie hat gestalterischen Witz. Man schaue sich nur einmal den
originell in eine Szenerie mit Weg und Baum hineingesetzten schwarzen Hund an (übrigens die
einzige figurative Gestalt in dieser Schau).

Ansonsten variiert die Künstlerin eigentlich nur zwei Themen: Landschaft und Häuser. Dies aber in
einer Vielfalt an Techniken und Stilarten, dass es nie eintönig wird. Interessant sind bei ihr der
Bildaufbau und die körnigen Strukturen in den materialhaft gespachtelten oder gekratzten
Materialbildern, die auch mal Buchstaben oder Zahlen beinhalten. Ihre Häuserfassaden sehen oft wie
abgeblättert aus. Der Titel Schichtwechsel spielt auf eine Serie von Arbeiten an, die in Papierschichten
aufgebaut sind und etwas Neues darstellen.

Auch in der Malerei arbeitet sie sehr reizvoll mit mehreren Ebenen und Farbschichten, was eine
gewisse räumliche Tiefe und Dreidimensionalität erzeugt. Eine Serie kleiner, verspielter, dekorativ
wirkender Collagen hinter Glas zeigen ihre Anfänge, in denen die kreative Künstlerin noch stark mit
Textilem gearbeitet hat. 3 Bis 15. Januar, Samstag, Sonntag und an Dreikönig von 12 bis 17 Uhr. Am
8. Januar, 11.30 Uhr, gibt es eine Bildbetrachtung mit Pfarrer Andreas Bücklein.
Nachricht vom 03.01.2012

Ein Bild regt zu regem Gedankenaustausch an

11. Januar 2012 - Haus Salmegg

Die Premiere des Experiments der gemeinsamen Bildbetrachtung kommt bei vielen Besuchern gut an
Austausch über ein Bild: Im Fokus stand ein schiefes Haus.

RHEINFELDEN. Das Experiment ist gelungen: Über Erwarten viele Kunstfreunde brachten sich aktiv in die erste gemeinsame Bildbetrachtung ein, die Pfarrer Andreas Bücklein in der Ausstellung der Künstlerin Pascale Hussong-Renz im Haus Salmegg veranstaltete. "Wir sind heute alle Versuchskaninchen", sagte der Theologe und Liedermacher eingangs, "und wir freuen uns riesig und sind auch überrascht, dass so viele Interessierte gekommen sind".

Die Matinee "Sichtwechsel – Schichtwechsel" war eine Premiere, denn eine solche Form der Begegnung von Kunst und Kirche, von Gespräch und Gesang, von Bild und Bibeltexten gab es noch nie in den Ausstellungen des Salmegg-Vereins. Der Gedankenaustausch zwischen den Besuchern war gefragt, und Initiator Bücklein zeigte sich beeindruckt, welche Vielfalt an Assoziationen, Deutungen, Interpretationen und Eindrücken sich im Laufe der guten Stunde entwickelte.

"Glaube und Kunst haben etwas Gemeinsames", meinte Bücklein, "sie suchen den Blick hinter die Oberfläche". Um solche Blicke hinter die Fassade ging es der evangelischen Paulusgemeinde in Kooperation mit dem Salmegg-Verein. Bücklein wollte abseits von kunsthistorischen Deutungen herausfinden, was ein spezielles Bild von Pascale Hussong-Renz an Gefühlen, Erinnerungen und Empfindungen auslöst: "Wir betrachten gemeinsam das Bild und nehmen wahr, was es in uns zum Schwingen bringt." Auf dreierlei Ebenen näherte sich Bücklein mit den Besuchern dem Bild an: über das Sehen, Fühlen, Denken.
Das Bild, das im Fokus stand, zeigt ein windschiefes weißes Haus mit schrägem dunklem Dach, zwei Fenstern, eines davon geheimnisvoll erleuchtet, und einem Weg, der zum Haus führt. Es war spannend, wie unterschiedlich dieses Häusermotiv auf die Leute wirkte. "Es wirkt sehr geheimnisvoll, ich würde sofort da einziehen", kommentierte ein Besucher. Gemeinsam fanden die Kunstfreunde verborgene Zugänge zu dieser Malerei, schauten hinter die Komposition aus hellen und dunklen Flächen, geraden und bewegten Linien und Konturen, entdeckten das Vielschichtige in diesem Häuserbild. Es ergab sich ein sehr reger, sehr interessanter Austausch von Gedanken über dieses Bild, die bis hin ins Existentielle und Religiöse reichten.

Auch musikalisch gaben Bücklein und sein Kollege Stefan Nottbrock mit nachdenklichen, besinnlichen Liedern zur Gitarre Gedankenanstöße. Außerdem las Bücklein einen vielschichtigen Bibeltext über Jesus und den Gelähmten aus dem Markusevangelium. Es fiel nicht allen Besuchern leicht, auf Anhieb das Häuserbild von Pascale Hussong-Renz mit dieser Bibelgeschichte in Verbindung zu bringen, aber es brachte eine andere, religiöse Sichtweise und schuf neue Assoziationen.

Für eine Besucherin stand am Schluss die Erkenntnis, "dass es immer einen Weg gibt, auch wenn es noch so kompliziert aussieht". Aus der vorgesehenen halben Stunde war längst eine ganze geworden, so intensiv geriet diese Bildbetrachtung mit der Einladung, Kunst einmal mit anderen Augen zu sehen – die außerordentliche Resonanz deutet darauf hin, dass diese Idee eine Fortsetzung

Kleine Künstler stellen groß aus

Tobias Dietsche und Pascale Hussong- Renz Foto: Sara Ljesic

RHEINFELDEN (saj). Bei ihrer Vernissage am Sonntag haben die kleinen Künstler des Kindergartens Kunterbunt ihre Werke vorgestellt. Pascale Hussong-Renzs Ausstellung mit dem Namen "Schichtwechsel – Malerei und Collagen" diente als Vorlage. Die Besucher lobten und bewunderten die Bilder, die von den Kindergartenkindern mit viel Mühe und Kreativität gestaltet wurden.

Durch einen Flyer des Kulturamts wurden die Erzieherinnen der Kindertagesstätte Kunterbunt auf die Ausstellung "Schichtwechsel- Malerei und Collagen" aufmerksam und besuchten diese mit kleinen Gruppen. Der erste Besuch fand im Dezember 2011 und der zweite im Januar 2012 statt.

Besonders reizvoll an der Ausstellung war, dass neben Malereien auch Collagen ausgestellt wurden. Nach den Besuchen konnten sich die Vorschüler ein Bild der Ausstellung aussuchen und dieses dann umsetzen. "Die Kinder haben sich lediglich an den Bildern orientiert und sie dann auf ihre eigene Weise interpretiert", erklärte die Erzieherin Ulrike Hartwich, die die Kinder beim Malen unterstützte.

Mehr als vier Wochen lang malten die Kinder im Atelier des Kindergartens und investierten viel Zeit in das Projekt. Zwölf Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren nahmen an dem Projekt teil und gestalteten insgesamt dreizehn Bilder.

Zur Vernissage am Sonntag wurden die Eltern und die Künstlerin Pascale Hussong-Renz eingeladen. Die Kinder sangen am Anfang ein Lied und stellten dann ihre Werke vor, die mit voller Hingabe und viel Spaß gestaltet wurden. " Es ist erstaunlich, wie spontan die Bilder von den Kindern umgesetzt und aus der Vorlage etwas individuelles geschaffen wurde", bemerkte Hussong-Renz.

Auch Cornelia Rösner, Leiterin des Amtes für Familie, Jugend, Senioren und Soziales, besuchte den Kunstsonntag und lobte die Kinder für ihre Arbeiten.

Kunst und Kirche in Verbindung

„Schichtwechsel“ heißt die Ausstellung mit Bildern der Künstlerin Pascale Hussong-Renz, die noch bis zum 15. Januar im Haus Salmegg zu sehen sind. Häuser und Landschaften – um dieses Thema kreisen die Werke der gebürtigen Rheinfelderin, die heute in Heidelberg lebt und arbeitet.

Kunst aus der Backstube

Die Malerin Pascale Hussong-Renz hat in der Weststadt ein besonderes Atelier eingerichtet
Vom Michaela Schmittberg

Seit einem Jahr hat die Malerin Pascale Hussong-Renz nun ihr eigenes Atelier in der Weststadt von Heidelberg. Es ist ein besonderes Atelier – handelt es sich dabei immerhin um eine umgebaute Backstube im Keller ihres Wohnhauses. „Mein Mann hat immer schon gesagt: Mensch, das wär‘s doch. Er hat mir dann auch alles ein-
und umgebaut.“

Der Arbeitsraum befindet sich erhöht auf einem Podest und es gibt sogar einen Holzofen. Besonders, dass es so
nah zur Wohnung ist, sei ihr wichtig, erzählt die Künstlerin. „Ich gehe ganz oft runter und gucke mal schnell aufs
Bild.“ Jetzt arbeitet sie hier fast jeden Tag – mit dem Ziel, mehr auszustellen und sich bekannter zu machen.
Pascale Hussong-Renz hat bereits sehr erfolgreich ausgestellt, unter anderem im Haus Salmegg in ihrer Heimatstadt Rheinfelden, wo ihre Ausstellung mit 83 Bildern, von denen gut die Hälfte verkauft wurde, eine der erfolgreichsten Ausstellungen überhaupt war. „Richtung Schweiz gibt es ein Publikum, das sehr stark an Kunsthandwerk interessiert ist. Diese Leute haben eine besondere Auffassung von Ästhetik und mögen meine
Bilder oft besonders gern.“ Pascale Hussong-Renz steht dem Kunsthandwerk nahe. Sie ist ausgebildete Textildesignerin und hat 14 Jahre erfolgreich in diesem Beruf gearbeitet. Dementsprechend versteht sie ihre künstlerische Arbeit auch als technische Arbeit am Material. „Meine Ausbildung war sehr vielseitig und sehr
prägend für mich.“ HussongRenz hat an der Schule für Gestaltung in Basel studiert. In einem einjährigen Vorkurs für Gestaltung hat sie dort sämtliche Facetten an künstlerischen Arbeitstechniken mit den unterschiedlichsten Materialien kennen gelernt – alles in der Praxis, als Experiment und ohne das Ziel eines schönen Endergebnisses. Von diesem spielerischen Element habe sie einiges in ihre heutige Arbeit übernommen, erzählt die Künstlerin:

„Das fertige Bild habe ich vorher nur annähernd im Kopf. Ich übermale, verschiebe, bis ich etwas Interessantes entdecke.“ Große Variabilität in Stil und Material sind kennzeichnend für Pascale Hussong-Renz‘ Schaffen, thematisch beschränkt sie sich jedoch auf die Darstellung von Häusern und Landschaften, welche ihr den Raum für experimentelle Gestaltung bieten. Zur Malerei ist die Künstlerin aus der Materialgestaltung gekommen. Collagen aus von ihr bemalten, bedruckten und übereinander geklebten Stoffen und Papieren ergaben zum Beispiel Landschaften, die sie dann ähnlich malte. Nach realer Vorlage malt die Künstlerin nie, sondern nur
aus ihrer Vorstellung heraus. Die Betrachter scheinen sich von dieser Offenheit wiederum inspirieren zu lassen. „Viele Leute stehen davor und erkennen in den Bildern eine Landschaft, in der sie schon waren“, erzählt Hussong-Renz. „Was mich erstaunt, ist, dass viele Leute meine Handschrift erkennen, obwohl die Bilder so unterschiedlich sind.“ Tatsächlich hängen im Atelier Landschaften, die – für das Thema einer Ausstellung – sehr weiß gehalten sind, und daneben arbeitet die Künstlerin wieder an bunten Häusern. Im Januar steht die nächste Ausstellung in Mannheim an, für die sie vielleicht wieder etwas ganz Neues schaffen wird. Wer nicht bis dahin warten will, kann sich die Bilder von Pascale Hussong-Renz in der Galerie Ostendorf in Neuenheim anschauen – oder, nach Terminabsprache, in der Kaiserstraße 76: „Es ist mir wichtig, dass man mich hier im Atelier besuchen kann.“ Die Einladung sollte man annehmen: Ein Besuch in der alten Backstube lohnt sich ganz sicher. Kontakt: hussong-renz@gmx.de

Geschichtete Wirklichkeit

"Schichtwechsel" – das Rheinfelder Haus Salmegg zeigt Arbeiten von Pascale Hussong-Renz.

Ein vielschichtiges Spiel von Farben und Flächen: Die imaginären Häuser und Landschaften von Pascale Hussong-Renz im Haus Salmegg Foto: Roswitha Frey

Häuser. Landschaften. Immer wieder Häuser und Landschaften. Um dieses Thema kreisen die Bilder von Pascale Hussong-Renz. Die Künstlerin gibt ihren Bildern bewusst keine Titel, um den Betrachter nicht einzuengen. Denn sie bildet keine konkreten Orte ab, keine realen Landschaften, sondern komponiert imaginäre Topografien aus dem Zusammenspiel von Farben und Flächen. Wie wunderbar stimmig und vielschichtig in der Farbwirkung, in den Strukturen und in der Materialsprache die Malerin dieses Thema mit Variationen behandelt, ist in der vom Haus Salmegg-Verein veranstalteten Ausstellung "Schichtwechsel" im Rheinfelder Haus Salmegg zu sehen.

Selten hat ein Ausstellungstitel so gut gepasst: Schichtwechsel. Schichten sind von zentraler Bedeutung im Werk der aus Rheinfelden stammenden und in Heidelberg lebenden Künstlerin. In den Collagen sind es Schichten von Papier, von Textilem, von verschiedenen Materialien, die bemalt, überdruckt, geschnitten werden. In den Acrylbildern sind es Schichten von Farben, die flächig gesetzt Häuser und Landschaften bilden. Schichtwechsel bedeutet aber auch die Entwicklung, die Pascale Hussong-Renz genommen hat: von den Collagen zur reinen Malerei.

Als ausgebildete Textildesignerin begann Pascale Hussong-Renz mit Materialbildern in Collagetechnik. Der haptische Umgang mit Stoffen inspirierte sie zu diesen subtilen, fantasievollen, farbpoetischen Landschaftscollagen, in denen schichtweise und streifenförmig Malerisches mit textilen Elementen, Papier, Kartonagen und anderen Materialien verwoben wird. Durch die Schichten ergeben sich in diesen Collagen räumliche Tiefe und strukturhafte Texturen. Diese Arbeiten eröffnen reizvolle Zwischenwelten zwischen Malerei und Objekt, die auch etwas Spielerisches haben.

In ihrer Acrylmalerei wechselt Pascale Hussong-Renz ins große Format. Diese Bilder imaginärer Landschaften eröffnen vielfältige Assoziationen. Eine tiefblaue, durch rostfarbene Strukturen belebte Fläche weckt die Assoziation von aufgewühltem Meer und weitem Horizont, eine weißgraue, ebenfalls dicht strukturierte Fläche lässt an Schneelandschaften denken. Durch die oft körnigen Strukturen werden die Farbflächen aufgeraut, bekommen eine fast reliefhafte Oberflächenstruktur. Die Bilder sind vielschichtig aufgebaut, lassen die unteren Schichten durchscheinen. Teils sind Stücke von Zeitungspapier oder auf dem Kopf stehende gedruckte Buchstaben als Gestaltungselemente in die Malerei eingearbeitet. Die Motive sind immer wieder Landschaften, Häuser, Bäume, die zu dunklen Stämmen oder schwarzen Geäst-Linien abstrahiert sind, Wege, die sich durch diese fiktiven Landschaften schlängeln.

Es sind frei und großzügig gestaltete Landschaften und Häuser, die nicht nach der Realität, sondern aus der malerischen Gestaltungskraft der Künstlerin geschaffen sind. Nie verliert sich die Malerin im Detail, immer setzt sie auf Vereinfachung, auf große Flächen, pastosen Farbauftrag, der den Arbeiten eine geradezu haptische Qualität verleiht. Oft bevorzugt Pascale Hussong-Renz gedämpfte Farben, es gibt aber auch Bilder mit kräftigen Farbakzenten. Besonders originell ist die weiße Landschaft, durch die sich ein schmaler Weg aus Zeitungsfragmenten schlängelt. Auch das Experiment, mit den vielschichtigen Papier-Textil-Malerei-Collagen ins große Format zu gehen oder mit reliefhaften Formenelementen zu spielen, überzeugt. Die Stimmigkeit der Farbkombinationen, die lebendige Gestaltung der Flächen, die individuelle Art, das klassische Thema Landschaft und Häuser einmal anders umzusetzen, wirken anziehend auf den Betrachter. Die Bilder, die Hussong-Renz aktuell für ihre erste große Ausstellung in ihrer Heimatstadt geschaffen hat, sind eine Entdeckung.
– Bis 15. Januar, Samstag und Sonntag 12-17 Uhr

Kaiserstraße

Zum vergößern bitte anklicken.